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Medizinische Länderinformation zum Ausdruck für Reisende

Indien

Zeitunterschied: MEZ +4 Std. 30 Min. (während der europäischen Sommerzeit +3 Std. 30 Min.)

Klima: Tropisches Klima mit ausgeprägter jahreszeitlicher Niederschlagsverteilung. In der Zeit von Mitte April bis Mitte Juni werden üblicherweise die höchsten Temperaturen gemessen. Monsunzeit (Regenzeit) ist in den meisten Regionen im Sommer, zwischen Juni und September. Die Mai/Juni im Südwesten beginnende Regenzeit schiebt sich in den folgenden Monaten allmählich über den gesamten indischen Subkontinent und erreicht den Nordosten und Norden etwa im September; durch Unregelmäßigkeiten beim Vordringen der Monsunwellen häufige Ablösung oder gleichzeitiges Auftreten von Trockenheit und Überschwemmungskatastrophen. An die Monsunzeit schließt sich dann nochmals eine kurze Hitzeperiode an (meist in den Monaten September und Oktober). Die großen Niederschlagsmengen, besonders entlang den Küstengebieten, verbunden mit häufigen Überschwemmungen, machen die Monsunzeit von Anfang Juni bis September/Oktober für Reisen nach und in Indien nur bedingt geeignet. In den Hochlagen hat man jedoch kaum Probleme. Von Oktober bis Dezember im Süden noch einmal reichliche Niederschläge (2. Regenzeit). Die Monate November bis März sind für die meisten Teile des Landes die angenehmste Reisezeit.

Vor der Reise bitte Folgendes beachten:

Impfungen

Vorgeschrieben:Gelbfieber bei Einreise aus einem Gelbfieber-Endemiegebiet (auch bei dortigem Flughafentransit, jedoch nicht für Kinder unter 9 Monaten). Bei direkter Einreise aus Deutschland bestehen keine Impfvorschriften.
Überprüfen: MMR, Varizellen, HPV, Pertussis, Influenza, Pneumokokken

Für private Reisen:

Empfohlen für alle:Tetanus, Diphtherie, Poliomyelitis, Hepatitis A, Typhus
Für Risikogruppen:Cholera, Hepatitis B, Japanische Enzephalitis (im N von Mai bis Okt., im S ganzjährig)*, Tollwut
Hinweis: » Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes beachten!
» Tollwut: Kein Tollwutrisiko auf den Andamanen, Nicobaren und auf dem Lakshadweep Atoll (südwestlich von Mumbai).
* Japanische Enzephalitis: Vorkommen in fast allen ländlichen und vorstädtischen Gebieten (keine Fälle bekannt aus Dadra, Daman, Diu, Gujarat, Himachal Pradesh, Jammu und Kashmir, Lakshadweep, Meghalaya, Nagar, Haveli, Punjab, Rajasthan und Sikkim).

Malaria  (Siehe Karte)

Hohes Risiko: von Mai-Nov. < 2.000 m Höhe in Teilgebieten im Osten und Nordosten
Risiko: von Dez.-April niedriges Risiko < 2.000 m Höhe in o. g. Teilgebieten im Osten und Nordosten
ganzjährig < 2.000 m in weiteren Teilgebieten im Osten und Nordosten des Landes und an P-Gebieten angrenzend sowie auf den Inseln Andamanen und Nicobaren
Min. Risiko: ganzjährig in den übrigen Gebieten < 2.000 m, auch in Delhi, Rajasthan und Mumbai (Ausnahmen s. u.)
Kein Risiko: ganzjährig in Höhenlagen > 2.000 m von Himachal Pradesh, Jammu, Kashmir und Sikkim

Hinweis: Malaria-Medikamente erhalten Sie nur auf Rezept nach individueller Beratung.

Sonstige Risiken

Zikavirus-Infektion, Bilharziose, Chikungunya-Fieber, Dengue-Fieber, Hepatitis E, HIV-Infektion (AIDS), Krim-Kongo Hämorrhagisches Fieber, Reisediarrhö, West Nil-Fieber

Sonstiges

Reiseapotheke

Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Apotheker bei der Zusammenstellung einer Reiseapotheke beraten.
Nehmen Sie für gefahrlosen Sex Kondome aus Deutschland mit.

Reiseversicherung

Zum Abschluss einer Reiseversicherung wird dringend geraten.

Reiseausstattung

Im Tropenshop24.de finden Sie Mückenabwehrmittel, imprägnierte Moskitonetze u. v. m..

Wichige Tipps

Hygiene

Nur saubere Handtücher benützen

Sonne

Sonnenhut, Sonnenbrille, Sonnencreme mit hohem Schutzfaktor verwenden.

Sex

Bei einem einzigen ungeschützten Kontakt kann man sich zum Beispiel mit AIDS oder Hepatitis B anstecken.

Allgemeines

Suchen Sie einen Arzt auf, wenn sie fieberhaft, an Durchfall oder anderen Symptomen erkranken und machen Sie ihn auf Ihre Reise aufmerksam.

Malaria

Bei einer medikamentösen Malaria-Vorbeugung müssen Sie die Tabletten noch bis zu 4 Wochen (bei Malarone® 7 Tage) nach der Rückkehr einnehmen. Suchen Sie einen Arzt auf, wenn Sie grippeähnlich mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen erkranken. Trotz Prophylaxe könnte es Malaria sein!

Diverse Regeln

Wegen möglicher Infektionsgefahr nicht barfuss gehen und auf Akupunktur, Tätowierungen, Ohr- und andere Piercings verzichten.

Anhang

Krankheitsbeschreibungen

Zikavirus-Infektion

Zikavirus-Infektionen wurden bereits in verschiedenen Ländern Afrikas, Asiens und seit 2015 auch in Lateinamerika registriert. Das Zika-Fieber wird durch Viren verursacht, die durch Mücken übertragen werden. Das klinische Bild einer akuten Zikavirus-Infektion wird im Vergleich zu Dengue- und Chikungunyavirus-Infektionen als milder beschrieben. Vermutlich verläuft ein großer Teil der Infektionen unbemerkt und beschwerdefrei. Die symptomatische Infektion macht sich oft durch, Hautausschlag, Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen sowie eine nichteitrige Konjunktivitis bemerkbar. Der Hautausschlag besteht durchschnittlich für sechs Tage, die Krankheitsbeschwerden sind in der Regel mild und halten durchschnittlich 4-7 Tage an. Meistens verläuft die Infektion mit dem Zikavirus ohne Komplikationen. Es ist jedoch möglich, wenn auch noch nicht bewiesen, dass sowohl symptomatische als auch asymptomatische Zikavirus-Infektionen einer werdenden Mutter, vor allem im ersten Trimester der Schwangerschaft, zu Fehlbildungen (Mikrozephalie) beim Kind führen können. Schwangere sollten daher Zikavirus-Endemiegebiete meiden.
Schutz: Tagsüber bis zur Dämmerung auf guten Mückenschutz achten. Da eine sexuelle Übertragung möglich ist, empfiehlt die WHO Schwangeren, deren Partner aus einem Zikavirus-Ausbruchsgebiet zurückkehrt, bis zum Ende der Schwangerschaft "Safer Sex" zu praktizieren. Paare mit einzelner oder gemeinsamer Reise-Anamnese in ein Zika-Ausbruchsgebiet, die eine Schwangerschaft planen, sollten damit nach der Rückkehr sechs Monate warten.


Bilharziose

In den Tropen vorkommende parasitäre Erkrankung, welche durch Pärchenegel (Schistosomen) verursacht wird. Die Parasiten leben in den Blutgefäßen des Darmes oder der Harnblase. Eine Ansteckung erfolgt durch Kontakt mit Süßwasser, in dem Gabelschwanzlarven (Zerkarien) vorkommen. Die Erregerlarven bohren sich durch die unverletzte Haut des Menschen und können in die Leber und Unterleibsorgane gelangen. Bereits kurz nach dem Eindringen der Erreger kann sich an der Eintrittstelle eine vorübergehende Hautreizung bemerkbar machen. Nach 4-6 Wochen kann sich eine fieberhafte Allgemeinerkrankung entwickeln. Im Verlauf einiger weiterer Wochen treten Verdauungs- oder Blasenbeschwerden mit Blut im Stuhl oder Urin auf.
Schutz: Kein Baden in tropischen Binnengewässern.


Chikungunya-Fieber

Bei dem Chikungunya-Fieber handelt es sich um eine Viruskrankheit mit einer Verbreitung von Westafrika bis zu den Philippinen. Die Übertragung erfolgt insbesondere durch Moskitos, aber auch eine Übertragung direkt von Mensch zu Mensch ist möglich. Die Inkubationszeit beträgt 2-3 (1-12) Tage. Ohne Vorzeichen treten abrupt Fieber, starker (symmetrischer) Gelenkschmerz und schweres Krankheitsgefühl ein. Nach wenigen Tagen kommt es zum Fieberabfall und Auftreten eines Exanthems. Die Gelenkbeschwerden können jahrelang fortbestehen. Sehr selten wird auch eine gesteigerte Blutungsneigung beobachtet.
Schutz: Tagsüber und nachts Mückenschutz beachten. Ein Impfstoff ist nicht verfügbar.


Dengue-Fieber

Dengue-Fieber ist eine virale Erkrankung, welche durch Stechmücken übertragen wird. Die Überträgermücke ist sowohl tag- wie auch nachtaktiv. Nach 5-7 Tagen kommt es zu Fieber, starken Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen und bisweilen auch zu einer vorübergehenden Hautrötung. In seltenen Fällen kann es bei wiederholten Infektionen zu schweren Krankheitsverläufen mit Blutungsneigung und Schocksymptomatik kommen.
Schutz: Tagsüber bis zur Dämmerung auf guten Mückenschutz achten.


Hepatitis E

Hepatitis E ist eine Viruserkrankung, welche vorwiegend in den Tropen und Subtropen mit Schwerpunkt Indien, Nordafrika und Mexiko vorkommt. Ähnlich wie bei der Hepatitis A werden die Erreger meist über fäkal kontaminierte Speisen oder Getränke übertragen. Die Inkubationszeit beträgt durchschnittlich 45 Tage. Die Erkrankung verläuft akut und geht oft mit einer Gelbsucht einher. Besonders gefährdet sind Schwangere im letzten Drittel der Schwangerschaft. Bei diesen Patientinnen nimmt die Hepatitis E in 20% einen tödlichen Verlauf.
Schutz: Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene. Persönliche Hygiene (z.B. häufiges Händewaschen)


HIV-Infektion (AIDS)

Die weltweit verbreiteten humanen Immundefizienzviren (HIV) verursachen die Krankheit AIDS. Über ungeschützte sexuelle Kontakte und Kontakte mit Blut verbreitet sich das Virus weiter. Nach drei Monaten kann man zuverlässig Antikörper im Blut nachweisen. Nach wenigen Wochen bis Monaten kann ein grippeähnliches Fieber, das akutes HIV-Syndrom, auftreten. Infizierte können auch jahrelang symptomlos bleiben bis sie erkranken. Eine Behandlung zögert den tödlichen Ausgang der Krankheit hinaus. Die Infizierten werden aber nicht geheilt. Insbesondere arme Länder haben eine hohe oder sehr hohe HIV-Infektionsrate. Jeder ungeschützte sexuelle Kontakt kann dort zu einer Infektion führen. HIV-Test-Bestimmungen: Manche Länder verlangen vor geplanten Langzeitaufenthalten einen HIV-Test. Betroffen sind in erster Linie Immigranten, Arbeitnehmer, Studenten, Touristen in der Regel nicht. Da sich die jeweiligen Bestimmungen oft nach kurzer Zeit ändern können, sollte im Zweifelsfall eine Nachfrage im entsprechenden Konsulat erfolgen.
Schutz: Gebrauch von Kondomen; Kontakt mit Blut meiden.


Krim-Kongo Hämorrhagisches Fieber

Das CCHF ist eine Viruserkrankung, die insbesondere in den Savannen Afrikas, im Mittleren Osten, West-China und im Schwarzmeerraum auftritt. Die Übertragung erfolgt vom natürlichen tierischen Reservoir (meist Rinder oder Hasen) über Zecken auf den Menschen. Die Inkubationszeit beträgt in der Regel zwischen 2 und 12 Tagen. Die Erkrankung beginnt akut fieberhaft in Verbindung mit Kopf- und Gliederschmerzen. Auch Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerz können auftreten. Nach wenigen Tagen und vorübergehender Besserung tritt eine erhöhte Blutungsneigung ein, die sich in Nasenbluten, Erbrechen von Blut und Blutbeimengungen im Urin äußert. Eine spezifische Therapie steht nicht zur Verfügung.
Schutz: Schutz vor Zeckenstichen


Reisediarrhö

Es handelt sich meist um infektiöse Durchfälle, verursacht durch Bakterien, seltener durch Viren oder Parasiten. Der häufigste Erreger sind sog. ETEC-Bakterien. Der Reisedurchfall verläuft in der Regel unkompliziert, ohne Fieber oder Blutbeimengungen im Stuhl.
Schutz: Wasser nur abgekocht oder aus abgefüllten Flaschen trinken, nur eigenhändig gewaschene und geschälte Früchte essen. Vermeidung aller rohen Speisen, Verzicht auf Cremes, Milchprodukte und Speiseeis; die Hände vor dem Essen waschen und keine bereits benutzten Handtücher verwenden.


West Nil-Fieber

West Nil-Fieber ist eine virale Erkrankung (West Nil-Virus), die in Afrika, in einigen asiatischen Ländern (u. a. Indien und Indonesien) sowie auch in Südfrankreich. Aktuell sind auch Krankheitsfälle in den USA und Kanada beschrieben worden. Die Übertragung erfolgt durch Stechmücken (Culex). Als Reservoir spielen Vögel eine bedeutende Rolle. Die Inkubationszeit beträgt in der Regel 1-6 Tage. Die Erkrankung beginnt abrupt mit hohem Fieber, Schüttelfrost, Benommenheit, starken Kopfschmerzen. Wenige Tage später entwickelt sich häufig ein blasser grobfleckiger Hautausschlag. Selten werden Komplikationen in Form einer Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute (Meningoenzephalitis) beobachtet. Die Erkrankung endet meist bereits nach 3-5 tägiger Dauer. Todesfälle wurden bei älteren Patienten vereinzelt beobachtet. Eine spezifische Therapie steht nicht zur Verfügung.
Schutz: Bei Aufenthalten in Risikogebieten Schutz vor Mückenstichen beachten.


News


Die Informationen auf diesen Seiten dienen der Vorinformation über gesundheitliche Risiken für das aufgeführte Reiseland. Lassen Sie sich in jedem Fall individuell durch einen Arzt oder Apotheker beraten, um so Ihr persönliches Risiko und damit die wirklich notwendigen Maßnahmen abwägen zu können. Da sich die Gegebenheiten in den einzelnen Ländern schnell ändern, kann eine Haftung leider nicht übernommen werden.

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