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MERS-Coronavirus

Synonym: Middle East respiratory syndrome coronavirus
Das Middle East Respiratory Syndrome Coronavirus (MERS-CoV) wurde im April 2012 erstmals bei Patienten auf der arabischen Halbinsel nachgewiesen. Die Inkubationszeit beträgt in der Regel ein bis zwei Wochen. Die Erkrankung beginnt mit grippeähnlichen Symptomen. Bei schweren Verläufen kann sich eine Pneumonie entwickeln, die in ein akutes Atemnotsyndrom übergehen kann. Ein häufiges Begleitsymptom ist Durchfall; außerdem kann es zu Nierenversagen kommen. Schwere Verläufe treten überwiegend bei Menschen mit chronischen Vorerkrankungen auf, wie z. B. Diabetes, einer Krebserkrankung oder Immunsuppression. Bislang wurden der WHO mehr als 2.000 laborbestätigte Fälle gemeldet, vor allem auf der arabischen Halbinsel aus dem Königreich Saudi-Arabien. Von den labordiagnostisch bestätigten Fällen starben dort etwa 40 Prozent. Ende Mai 2015 meldeten die Gesundheitsbehörden von Südkorea einen Ausbruch, der auf einen importierten MERS-Fall zurückging. Der Patient hatte zuvor mehrere Länder auf der arabischen Halbinsel bereist. Bis Anfang Juli 2015 gab es unter medizinischem Personal, Familienangehörigen, Mit-Patienten und deren Angehörigen mehr als 180 weitere Erkrankungen, darunter 36 Todesfälle. Dieses Beispiel zeigt, dass importierte Krankheitsfälle jederzeit möglich sind, die z. B. im Krankenhaus zu weiteren Ansteckungen führen können, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt werden. In Europa wurden bislang nur einzelne importierte Fälle bzw. Sekundärfälle von importierten Fällen gemeldet, darunter in Deutsch-land (2012, 2013 und 2015 je ein Fall), Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Österreich und der Türkei. In Afrika, Nordamerika und anderen asiatischen Ländern traten ebenfalls importierte Fälle auf. Im Rahmen der weltweit intensivierten Surveillance aufgrund der Pilgerfahrten nach Saudi-Arabien (Hajj bzw. Umrah) wurden allenfalls einzelne laborbestätigte MERS-Fälle identifiziert.

Vorbeugung

Reisende auf die arabische Halbinsel sollten den Kontakt zu Dromedaren vermeiden, ebenso den Besuch von Far­men und Märkten, auf denen sich die Tiere aufhalten. Außerdem sollten Reisende keine rohen oder unvollständig erhitzten Kamelprodukte zu sich nehmen.